Fake News – Eine (un)berechenbare Gefahr?

Mittlerweile können Menschen durch Blogs, Twitter und Facebook selbst zum Bürger-Journalisten werden indem sie Erlebtes nach eigenem Ermessen verbreiten und dabei selbst entscheiden können, was sie ihrem Publikum vorenthalten oder veröffentlichen. Die publizistische Wirkungsweise der „Gatekeeper“ wird dabei zunehmends außer Kraft gesetzt, wodurch wir uns immer mehr von dem Monopol der klassischen Medien verabschieden, das uns bislang die Welt und ihre Geschehnisse gefiltert und journalistisch aufgearbeitet ins Wohnzimmer geliefert hat. Die modernen Publikationsmöglichkeiten im Internet, besonders Blogs tragen dazu bei, dass Bürger durch eigene Medien am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen können. Damit wird die „Einbahnstraße“ und die damit zusammenhängende „Hierarchie“ zwischen Medium und Rezipient aufgelöst womit eine Interaktion zwischen beiden Seiten entsteht kann.

In Zeiten in denen im Netz ein Kampf um die Meinungshoheit entbrannt ist und frei erfundene Nachrichten, sogenannte „Fake News“ die globale Polit- und Finanzwelt aufmischen können, müssen wir uns allerdings der Gefahr der Verbreitung von Falschmeldungen bewusster werden. Ob nun falsche Social-Media Profile, falsche Websites die wie täuschend-echte Nachrichtenseiten aussehen, Social Bots die je nach Programmierung eigenständig Postings verfassen oder auch nur Bilder die in einen anderen Kontext gebracht werden, um ein falsches Szenario entstehen zu lassen. Einige nutzen auch persönliche Erzählungen, die ihnen angeblich von Freunden oder Bekannten zugetragen wurden. Eine andere Technik ist, einen erfundenen Tatbestand  bei der Polizei zu melden, welcher dann durch eine Pressemitteilung verbreitet wird. Oftmals handelt es sich dabei um Themen die in der Bevölkerung für viel Unmut und Empörung sorgen und ein gewisses Maß an Aktualität aufweisen. „Fake News – Eine (un)berechenbare Gefahr?“ weiterlesen

Advertisements

Social Media im US-Präsidentschafts -wahlkampf 2016

22

Noch nie zu vor war die Kommunikation zwischen Politikern und der Bevölkerung so einfach wie heute. Und noch nie zu vor war es so einfach innerhalb weniger Sekunden viele Millionen Menschen zu erreichen. Aufgrund von starker Präsenz und hohem Ansehen in der Social-Media Welt stehen heutzutage Meinungsführer im Zentrum des eigenen Netzwerks und haben als sogenannte „Influencer“ nicht nur großen Einfluss auf die Politik- und Finanzwelt sondern auch auf unser gesamtes gesellschaftliches Zusammenleben. Unter „Influencer“ verstehen wir Menschen, die im Netz ein hohes Ansehen genießen, die einen Expertenstatus besitzen oder im Rampenlicht stehen und aus diesen Gründen eine Leitfunktion haben wie beispielsweise Eliten, Autoritäten, Lobbyisten, Unternehmer-Persönlichkeiten, Journalisten, Analysten, Promis, Sportler oder auch Trendsetter. Betrachten wir die US-Präsidentschaftskandidaten als „Influencer“ von politischen Parteien so müssen wir uns im Zeitalter der Digitalen Medien ernsthaft damit auseinandersetzen, wie Politiker auf ihren Social Media Plattformen auftreten und wie sie ihre Accounts nutzen um mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. In Anbetracht der Tatsache, dass Social Media Beiträge heutzutage die Polit- und Finanzwelt in die Tiefe stürzen können (Anm. Lockheed Martin, Boeing, Toyota, GM, Ford) oder diplomatische Beziehungen zwischen Staaten gefährden (USA-Mexiko) wird diese Technologie ein immer wichtigeres Machtinstrument.

„Social Media im US-Präsidentschafts -wahlkampf 2016“ weiterlesen

Trump’s communication strategy

donald-trump-1818950_1280

Donald Trump is going to be the 45th President of the United States and virtually no one really had expected that. The inauguration of Donald Trump as next President of the United States is scheduled to take place on Friday, January 20, 2017, in Washington, D.C. While for some Americans, Trump’s victory is a triumphant moment in American history, others consider his win over Hillary Clinton a nightmare for the United States. The way how Trump eliminated the Republican Candidates and Hillary Clinton in the general election, is a topic that will be discussed for quite some time. Just to mention, the Republican field began with 17 candidates, 16 of whom have dropped out. The question I ask myself is: How could that happen? What were the reasons that Donald John Trump won the elections? While many researchers all over the world analyze the reasons why so many were not able to predict this presidential election, I’m more interested in Trump’s communication strategy – a very underrated and underestimated issue. „Trump’s communication strategy“ weiterlesen

Europe and the new US president. Where’s this relationship going?

puzzle-268905_1280The question, where the relationship between the European Union and the United States is headed has been preoccupying the experts for some time, especially since Donald Trump’s first major foreign policy address. Initially, there are real concerns among European elites that Europe would take a backseat in terms of U.S. priorities.

The US-EU relations have been characterised by close economic, political and security cooperations. It is a well-known fact that Europeans have relied heavily since the end of WW II on the United States. The U.S. has guaranteed Europe’s security for decades, effectively placing a giant security umbrella over most of the Continent. These efforts have always been based on the idea that Europe’s security and prosperity are a core American interest and therefore must be protected. But this might change now as Washington is reducing it’s international engagement. A policy that could continue under the next U.S. president, especially if Trump becomes president.

„Europe and the new US president. Where’s this relationship going?“ weiterlesen

Belgrad-Prishtina und die Notwendigkeit neuer Impulse

ksrseuEs sollte für die EU einer der größten diplomatischen Erfolge der letzten Jahrzehnte werden und als Musterbeispiel für die erfolgreiche Anwendung von Softpower in die Geschichtsbücher eingehen. Die vermeintliche Versöhnung von zwei Konfliktparteien, die seit Jahrhunderten als „verfeindet“ gelten. Die Lobeshymnen gingen sogar so soweit, dass die EU-Außenbeauftragte und ehemalige Verhandlungsleiterin Catherine Ashton, der ehemalige Ministerpräsident und aktuelle  Präsident des Kosovo Hashim Thaçi und der ehem. serbische Ministerpräsident Ivica Dačić als Kandidaten für den Friedensnobelpreis genannt worden sind.

Nun ist es bereits über fünf Jahre her seitdem die ersten Verhandlungen zwischen Belgrad und Prishtina begonnen haben. Das erste „große Abkommen“, das zur Normalisierung der Beziehung beider Länder beitragen sollte, wurde im April 2013 von den beiden Ministerpräsidenten des Kosovo und Serbiens vereinbart. Für beide Länder ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu guten nachbarschaftlichen Beziehungen und einer gemeinsamen europäischen Zukunft.

„Belgrad-Prishtina und die Notwendigkeit neuer Impulse“ weiterlesen

Politische Krise in der jungen Republik – Ein Rückblick

Unbenannt-7Es ist kaum ein halbes Jahr her, seitdem die Europäische Union und der Kosovo am Rande einer EU-Parlamentssitzung in Straßburg das vom Kosovo lang ersehnte Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen unterzeichneten. Das Abkommen wurde von Ministerpräsident Isa Mustafa, der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini und EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn unterzeichnet. Das SAA wird als erster großer Schritt Richtung EU-Beitritt und als ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen der EU und dem Kosovo betrachtet. Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen ermöglicht dem Kosovo eine Öffnung des EU-Marktes für kosovarische Produkte. Erwähnenswert ist hierbei auch die Tatsache, dass darin ein Vorbehalt beigefügt worden ist, in dem die EU sich das Recht vorbehält dieses Abkommen auszusetzen, sofern die kosovarische Seite im Normalisierungsprozess kein konstruktives Auftreten demonstriert.

Die Phase in der die diametral entgegengesetzten Positionen zwischen Belgrad und Prishtina keinen Raum für Kompromisse ermöglichten, schienen vorbei zu sein. Und nach einer erfolgreichen Einigung mit Serbien über das „Brüsseler Abkommen II“ zur Normalisierung der Beziehungen und dem Abschluss des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses, sollte aus Sicht der Kosovaren einer UNESCO-Mitgliedschaft und der Visa-Liberalisierung nun nichts mehr im Wege stehen.

„Politische Krise in der jungen Republik – Ein Rückblick“ weiterlesen